74. Solitreff | Organisierung von Studierenden der Sozialen Arbeit

Liebe Studierende der Sozialen Arbeit, liebe Kolleg:innen, wir laden euch herzlich zum 74. Solitreff ins Kiezhaus ein. Dieser Solitreff findet im Rahmen der KORASH statt. 

Zum Beginn des Wintersemesters 2026 möchten wir uns diesmal gemeinsam mit euch der Frage widmen: Wie können sich Studierende der Sozialen Arbeit schon während ihres Studiums in der Lohnarbeit organisieren – und wie können wir gemeinsam Strukturen schaffen, die auch über das Studium hinaus tragen?

Für viele Studierende gehört Erwerbsarbeit selbstverständlich zum Studium dazu. In Deutschland sind etwa 60 bis 75% der Studierenden neben ihrem Studium erwerbstätig, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Auch viele Studierende der Sozialen Arbeit arbeiten neben dem Studium und das oft schon in schlecht bezahlten Nachtdiensten, befristeten Werkstudierendenverträgen oder als Ersatz für eine Fachkraft. 

Gleichzeitig haben wir als Solitreff in den vergangenen Jahren festgestellt, dass während Ausbildung und Studium kaum Wissen darüber vermittelt wird, wie man sich als Lohnabhängige:r kämpferisch organisiert, Arbeitskämpfe führt und gemeinsam bessere Arbeitsbedingungen durchsetzt. Auch wir als Solitreff-Mitglieder waren davon betroffen: Viele von uns fanden sich nach dem Studium in Betrieben wieder, in denen kaum oder gar keine arbeitskämpferischen Strukturen existierten, und das in einer insgesamt stark desorganisierten Branche mit einer gewerkschaftlichen Beteiligung von lediglich etwa 15 %.

Genau hier möchten wir ansetzen: Wir wollen euch – ganz unabhängig davon, ob ihr gerade euer erstes Semester beginnt oder bereits mitten im Studium steht – einladen, über eure eigene Situation zu sprechen: Wo und unter welchen Bedingungen arbeitet ihr? Welche Erfahrungen macht ihr mit euren Arbeitgebern? Welche Konflikte gibt es? Und vor allem: Welche Möglichkeiten gibt es, sich gemeinsam mit euren Kolleg:innen zu organisieren?

Dabei wollen wir unterschiedliche Wege der Organisierung betrachten: Innerhalb von Betrieben und Betriebsräten, über Gewerkschaften, aber auch in autonomen und selbstorganisierten Strukturen. Uns interessiert dabei nicht nur, was theoretisch möglich ist, sondern vor allem, was unter den konkreten Bedingungen eines Studiums tatsächlich umsetzbar ist.

Deshalb möchten wir auch unterschiedliche Studien- und Arbeitsformen berücksichtigen: Vollzeitstudium, Fernstudium, Duales Studium und unterschiedliche Formen von Nebentätigkeiten. Denn auch wer neben dem Studium nicht in einem studiennahen Bereich arbeitet, sondern seinen Lebensunterhalt in einer anderen Branche verdient, steht vor Fragen der Organisierung. Gleichzeitig kann bereits während dieser Zeit eine Grundlage dafür entstehen, nach dem Studium in einer organisierten Struktur der Sozialen Arbeit aktiv zu werden.

Neben den Studierenden laden wir ausdrücklich Kolleg:innen ein, die bereits organisiert sind und ihre Erfahrungen weitergeben möchten. Gemeinsam können wir einen Raum schaffen, in dem Wissen, Erfahrungen und konkrete Handlungsmöglichkeiten zwischen den Generationen von Sozialarbeitenden weitergegeben werden.

Die erste Hälfte des Solitreffs findet wie gewohnt in einer Kollegialen Runde statt. Wir tauschen uns über aktuelle Arbeitskämpfe in unseren Betrieben aus und diskutieren Möglichkeiten der Organisierung und konkrete Lösungsansätze.

In der zweiten Hälfte wollen wir uns dann gemeinsam mit euch dem Schwerpunkt "Organisierung von Studierenden der Sozialen Arbeit" widmen, eure Erfahrungen und Fragen sammeln und gemeinsam überlegen, welche konkreten Schritte daraus entstehen können.

Kommt vorbei – egal, ob ihr bereits organisiert seid, erste Erfahrungen mit Arbeitskämpfen gesammelt habt oder bisher überhaupt keinen Kontakt zu gewerkschaftlicher oder kollegialer Organisierung hattet.
















🔴 Treffdaten:

- Mittwoch, 21. Oktober 2026 
- von 19 bis 21 Uhr
- Kiezhaus Agnes Reinhold - Afrikanische Str. 74 in 13351 Berlin-Wedding | U6 Rehberge  

Mit kollegialen Grüßen
Solidaritätstreff Soziale Arbeit 

Kommentare